Ersatzspielsperre im Tischtennismannschaftsbetrieb - muß das sein?

Laut der WO erfolgt die Reihenfolge der Spieler eines Vereins nach der Spielstärke. Das macht aus sportlicher Sicht sehr viel Sinn. Geringe Abweichungen innerhalb und Mannschaftsübergreifend werden toleriert. Wenn der Verein einen Spieler abweichend in einer tieferen Mannschaft aufstellen will, ist dies möglich. Dieser Spieler erhält dann aber für die Serie einen Sperrvermerk und darf damit nicht in einer höheren Mannschaft Ersatz spielen und wird bei einem möglichen "Aufrücken" übersprungen. Hier kannst Du die WO des DTTB nachlesen (Punkt 15 besonders 15.3 / ab Seite 103).

Es gibt mehrere gute Gründe, die für diese Regel sprechen:

  • die sportliche Reihenfolge wird eingehalten
  • durch die Sperren wird verhindert, daß spielstarke Spieler in hinteren Mannschaften geparkt werden und in wichtigen Spielen als Joker eingesetzt werden können.

Aber die Praxis zeigt immer wieder, daß die Mannschaftsaufstellungen besonders in den unteren Klassen bzw. Mannschaften weniger nach der Spielstärke sondern häufig nach jahrelanger Verbundenheit und anderer Interessen erfolgt. Diese Teams in den Kreisklassen, die oft genug wenig Ambitionen nach oben haben, wollen in ihrem Freundeskreis gemeinsame Zeit beim Tischtennis und anschließend beim Pils verbringen. Unter diesem Aspekt sind die Sperrvermerke wenig hilfreich.

Aus diesem Grund hat der Tischtenniskreisverband Göttingen die Sperrvermerke für seine Ligen ausgesetzt. Es gibt bis einschließlich Kreisliga keine Sperrvermerke. Diese Regelung greift im Tischtennis Kreis Göttingen seit 5 Jahren. Der Sportwart des TTKV überprüft dabei das Ersatzspielverhalten der einzelnen Vereine und Spieler. Die Regelung wird nach Überprüfung alle zwei Jahre dem Kreistag zur Verlängerung vorgelegt.

Die Statistik des abgelaufenen Jahr hat gezeigt, daß diese Regelung - wenn überhaupt - nur in sehr geringem Maße zur Vorteilnahme ausgenutzt wurde. Bei 2 Einsätzen konnte gemutmaßt werden, daß Spieler mit einem höheren TTR Wert aus taktischen Gründen eingesetzt wurden.

Ob solch eine Regelung generalisiert werden könnte, mag mit guten Gründen angezweifelt werden. Aber dieses Beispiel wird den ein oder anderen überraschen. Ein weniger an Regeln ist möglich.

Der Schweizer Tischtennisverband bietet eine andere Lösung: Es gibt keine Sperrvermerke, wie wir sie kennen. Es ist so geregelt, daß der "Ersatzspieler" eine niedrigere Leistungszahl (vergleichbar mit unserem TTR Wert) als der Spieler, der ausfällt, haben muß. Man muß dazu wissen, daß in der Schweiz mit 3er Mannschaften gespielt wird und daher die Reihenfolge der Aufstellung nicht relevant ist. Daher könnten wir diese einfache und m.M. nach sehr gute Regelung nicht einfach übernehmen, sondern müßten noch einiges bezüglich der Reihenfolge nachregeln.

Diese Beispiele zeigen, daß es viele für "alternativlos" gehaltene Regeln doch Alternativen gibt. Manchmal lohnt es sich, die einfach mal zu testen.

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