Kampflose Wertungen im Tischtennis gehören hinterfragt

Selbstverständlich braucht der Tischtennissport einige Regeln um sinnvoll zu funktionieren. Aber an einigen Stellen wird überreguliert. Die Regeln sollten dafür sorgen, daß wir unter sportlich fairen Rahmenbedingungen unsere Tischtennisspiele austragen können.

Zu dem Thema kampflose Wertung habe ich einen offenen Brief an den DTTB formuliert, der auch Euch zu einem offen Gedankenaustausch einladen soll.


Liebe Tischtennisfreunde im DTTB,


leider ist in den letzten 20 Jahren die Anzahl der aktiven Tischtennisspieler immer weiter zurückgegangen.
Eine Reihe von Ursachen – wie z.B. den demographischen Wandel – können wir nicht beeinflussen.

Aber es gibt weitere Faktoren, bei denen wir ansetzen können, um die Rahmenbedingungen zu verbessern bzw. niemanden zu verschrecken.

Es sollte dringend an der rigiden Regulierung z.B. bei falscher Aufstellung gearbeitet werden. Bei dem geringsten Regelverstoß durch z.B. der falschen Reihenfolge im Einzel oder Doppel führt zu einer kampflosen Wertung und 0:9 Punkten ungeachtet der gespielten Spiele.

Diese Praxis ist für alle beteiligten sehr frustrierend. Für den bestraften Verein, das versteht sich. Aber auch für den überraschten Sieger, der einen sportlichen Vergleich gesucht hat. Weiter die Zuschauer, die um ihre Zeit betrogen werden. Aber in meinen Augen noch wesentlicher kann das Ergebnis völlig unbeteiligte Mannschaften treffen, deren Mitkonkurrenten unerwartet einen Sieg z.B. im Abstiegskampf geschenkt bekommen haben. Weil A falsch aufgestellt hat, gewinnt B und C muss absteigen. Dies ist kein theoretischer Konstrukt, sondern kommt vor.
Durch die 9:0 Wertung kann man zusätzlich fast von einer 3 Punkte Entscheidung sprechen. Mit einem einfachen Sieg ist dieses Ergebnis nicht zu egalisieren.

Dies ist in meinen Augen absolut unverhältnismäßig und bestraft viel zu viele Unbeteiligte.

Hinzu kommt m.M. eine Mitverantwortung, aller Spieler oder zumindest beider Mannschaftsführer, die in der jetzigen Regelung nicht abgebildet wird.

Da diese Problematik nicht nur untere Klassen betrifft, werden Oberschiedrichter ab Oberliga extra darauf hingewiesen, dies zu kontrollieren und ggf. zu korrigieren.

Falsche Doppelaufstellung im 6er-Paarkreuz. Obwohl die Verantwortung hier sicher bei den Vereinen liegt, sollte der OSR die Doppelaufstellung trotzdem kontrollieren. Liegt ein Fehler vor, kann keine neue Doppelaufstellung abgegeben werden, sondern das falsch gemeldete Doppel wird lediglich auf den richtigen Platz geschoben.
(VSRO-Tagung 2007)


Dies ist in den unteren Klassen nicht umsetzbar und daher schon eine Benachteiligung.

 

Wie könnte eine Lösung aussehen?


Ich plädiere dafür, daß diese fehlerhaften Aufstellungen nicht mehr geahndet werden. Die Aufstellungen werden von beiden Mannschaftsführern begutachtet. Und heute kann man – anders als zu der Zeit aus der die Regelungen stammen – alle relevanten Informationen in kurzer Zeit abrufen.
Wenn beide Mannschaften nach Prüfung der Aufstellung zugestimmt haben, sollte dies als Tatsache gewertet werden und sportlich so gespielt werden.

Ich möchte Euch daher bitten, diese Regelungen zu prüfen. Gerne bin ich zu einer weiteren Diskussion bereit.

Mit sportlichem Gruß
Markus Thies

http://www.tischtennis-pur.de

 


 


Was kann passieren, wenn die Aufstellung in letzter Instanz von den spielenden Mannschaften abgesegnet werden und es keine Konsequenzen bei abweichender Aufstellung gebe? Klar könnte es irgendwelche findigen Taktikfüchse geben, die das versuchen könnten. Aber dafür kontrolliert man die Aufstellung des Gegners.

Oder wäre eine digitales Mannschaftsformular, das nur korrekte Aufstellungen zulässt die Lösung?

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